Samstag, 1. April 2017

Neil Smith - Das Leben nach Boo





Verlag: Schöffling & Co.
Seiten: 414
Erschienen: 08. Februar 2017
Preis: 24.00 Euro (Ebook: 19.99 Euro)







Gerade noch stand Oliver 'Boo' Dalrymple, dreizehn Jahre alt, hochbegabt und Außenseiter, vor seinem Spind in der Schule, als plötzlich alles schwarz wird, und er sich im Wiedergeburtsraum eines seltsamen Jenseits wiederfindet. Denn Boo ist gestorben, doch wie und warum und vor allem warum es ihn ausgerechnet an diesem seltsamen Ort verschlagen hat, das kann er nicht beantworten. Von nun an 'lebt' er im Himmel, in einer von Mauern umgebenen Stadt, in der ausschließlich verstorbene amerikanische Jugendliche seines Alters wohnen. Sie haben eine Gemeinschaft gegründet, in der jeder seine Aufgabe und seinen Platz hat, bewegen sich mit Fahrrädern fort und versorgen sich mit allem, was ihn ein geheimnisvoller Gott, namens Zig, zur Verfügung stellt. 
Gerade als Boo beginnt sich mit seiner ungewöhnlichen Situation zu arrangieren, taucht plötzlich Johnny, ein ehemaliger Klassenkamarad von ihm, im Himmel auf und wirft ein neues und erschreckendes Licht auf Boo's Vergangenheit. Als die Ereignisse sich in der Stadt überschlagen, wird Boo's und Johnny's neu entdeckte Freundschaft auf eine harte Probe gestellt...

Auf meiner Jagd nach ungewöhnlichen Geschichten, die sich aus der Masse herausheben, war es mir ein emotionales Bedürfnis "Das Leben nach Boo" von Neil Smith zu lesen. Und nachdem ich nun das Glück hatte, kann ich vom ganzen Herzen verkünden, dass mich mein Gefühl nicht getäuscht hat. 
Boo's Geschichte ist auf jeder einzelnen Seite besonders. Bereits nach dem ersten Satz habe ich diesen Jungen in mein Herz geschlossen. Wohl möglich schon lange bevor ich den ersten Satz gelesen habe. Dieses Buch versprüht einen unglaublichen und ganz eigenen Charme, der dich in die Handlung lockt und auf jeder Seite Einzigartigkeit verspricht - und hält. 
"Das Leben nach Boo" gehört zu diesen Büchern, die dich erst neugierig machen, und dir dann, in einem unbeobachteten Moment das Herz stehlen, um es dann irgendwo zwischen den Seiten zu verstecken. Aber du suchst nicht danach. Denn es bleibt hier, in dieser ungewöhnlichen Kulisse, bei diesem besonderen, diesem einzigartigen, liebevollen und wunderbaren Protagonisten, den Nebenfiguren, die die Wortbedeutung des Begriffes 'Nebenfigur' auf jeder Seite verhöhnen und vor allem bei dieser Geschichte.
Einer Geschichte, die gleichzeitig so leicht und so schwer ist, dass sie jede Waage zum Verzweifeln bringen würde. 
Einer Geschichte, die dir dein Herz bricht, um dir auf der nächsten Seite die Hand zu reichen, und zu sagen: "War doch nicht so schlimm!".
Einer Geschichte über Freundschaft, so tragisch, so zerbrechlich und so intensiv erzählt, dass es weh tut. 
"Das Leben nach Boo" ist ein Buch, das noch lange nach dem letzten gelesenen Wort wirkt. Auf der einen Seite ist man der Meinung, dass manche Dinge nicht richtig zu Ende erzählt wurden, dass man gewisse Aspekte der Geschichte noch ein wenig detaillierter hätte präsentiert bekommen wollen, um im nächsten Moment der festen Überzeugung zu sein, dass es kein perfekteres Ende hätte geben können. Und obwohl so viel Ungleichgewicht auf beiden Seiten der Waage herrscht, gibt die Geschichte schlussendlich so viel: Tränen, Liebe, Freundschaft und so eine unglaubliche Menge an Lebensfreude, dass es, angesichts der Kulisse, in der das Buch spielt, schon fast absurd ist.
Kennt Ihr diese Bücher, an denen Ihr noch Jahre später im Regal vorbeigeht, und sie euch immer noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern?
"Das Leben nach Boo" gehört zu diesen Schätzen. 

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