Sonntag, 20. August 2017

Lesemonat Juli

Und da ist er endlich. 
Mein Lesemonat Juli, mal wieder etwas verspätet :)
Im vergangenen Monat habe ich insgesamt zehn Bücher gelesen, insgesamt 4494 Seiten,also etwas mehr, als das, was ich normalerweise im Monat lese. Woran das gelegen hat, kann ich allerdings nicht sagen. Fakt ist aber, dass sich mal wieder ein kleines Highlight unter diesen zehn Büchern versteckt hat, aber das kommt mal wieder am Ende. Wie mir die Bücher im Einzelnen gefallen haben, erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest. Alle da? 
Dann kann es ja losgehen. 
Los geht es mit einem Kriminalroman der ganz besonderen und paranormalen Art. "Der Freund der Toten" erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der in einem irischen Dorf das Schicksal seiner Mutter aufklären will. Im Waisenhaus aufgewachsen ist er sich sicher, dass seine Mutter in ihrem Heimatdorf den Tod gefunden hat. Wie und wer ihr Mörder war, das möchte er nun herausfinden. Jess Kidd hat einen ungewöhnlichen aber meiner persönlichen Ansicht nach großartigen Roman geschrieben. Der ausschlaggebende Grund für den Kauf des Buches war für mich der Schauplatz der Geschichte, da ich Geschichten liebe, die in Irland spielen, aber ich war sehr überrascht, wie viel Spaß ich beim Lesen hatte. "Der Freund der Toten" ist voll von schwarzen Humor und schrägen Figuren, die die ganze Story unheimlich sympathisch machen. Trotzdem glaube ich, dass das Buch nicht für jeden etwas ist. All diejenigen, die allerdings auf außergewöhnliche Geschichten stehen, die sich nicht an einen strikten Erzählpfad halten, die sind mit "Der Freund der Toten" gut bedient. 
Das nächste Buch kommt von Carson McCullers. "Das Herz ist ein einsamer Jäger" war mein persönliches Debüt mit der Autorin und ich kann voll und ganz behaupten, dass es sicher nicht bei dem einen Buch bleiben wird. Gefunden habe ich die Geschichte übrigens in dem Buch "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells, in dem der Roman erwähnt wird. McCullers Erzählung von einer amerikanischen Kleinstadt ist von einer eigentümlichen Schönheit. Obwohl hier von vielen trostlosen Dingen berichtet wird, besaß die Geschichte etwas ganz Besonders und Eigenes, das mich fasziniert hat und mich immer tiefer in die Story hineingezogen hat. McCullers Figuren sind allsamt einzigartig und verstehen es ihre Einsamkeit auf ganz individuelle Art und Weise zu beschreiben. Glücklicherweise habe ich noch eine ganze Palette von Büchern, die ich von der Autorin lesen kann. "Das Herz ist ein einsamer Jäger" war auf jeden Fall schon einmal ein ganz besonderes Leseerlebnis. 
Weiter ging es im Juli mit dem Debütroman von Carolin Hagebölling "Der Brief", erschienen im dtv Verlag. Diese Geschichte gehört zu diesen Büchern, die man in einem Rutsch durchlesen MUSS. Es ist nämlich fast nicht möglich den Roman aus der Hand zu legen. Das Leben der Protagonistin in "Der Brief" wird völlig auf den Kopf gestellt, als sie ein Brief von einer alten Schulfreundin aus ihrem Heimatdorf erreicht, in dem die Schulfreundin sie über ihr Leben in Paris, ihrem Ehemann und ihrer Karriere ausfragt. In Wahrheit lebt Hagebölling's Hauptfigur allerdings mit ihrer Lebensgefährtin in Hamburg als Journalistin. Was wird hier also gespielt? Geschickt erzählt die Autorin von einem Leben, das nie gelebt wurde und hat einen atemlos spannenden Roman geschrieben, den ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann. Wer noch nicht ganz überzeugt ist, kann sich gerne noch einmal meine Rezension zu "Der Brief" durchlesen. 
Das nächste Buch aus dem Lesemonat Juli war der Auftakt einer Trilogie. "A Thousand Pieces of you" ist der erste Teil der Firebird Trilogie der Autorin Claudia Gray und mein erstes englisches Buch aus dem vergangenen Monat gewesen. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde, da der Klappentext eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy versprach und ich war sehr überrascht von diesem Auftakt. "A Thousand Pieces of You" ist eine wilde und spektakuläre Verfolgungsjagd durch verschiedene Welten, die wir gemeinsam mit der Protagonistin entdecken und die unglaublich spannend aufgebaut waren. Man wusste nie, was als Nächstes passierte und auch die Auflösung fand ich sehr gelungen und freue mich schon die Trilogie so bald wie möglich weiter zu lesen. Der zweite Teil liegt schon bereit. 
Im Juli war dann auch wieder Atwood Zeit. "Das Herz kommt zuletzt" von Margaret Atwood ist ihr aktueller Roman und mein drittes Buch der Autorin. "Hexensaat" und "Der Report der Magd" konnten mich schon begeistern und auch hier ist das der Fall. Atwood hat eine Geschichte geschrieben, die sich zunächst wie eine Utopie in einer Dystopie liest und sich aber ganz allmählich und immer mehr in einem Albtraum verwandelt. Die Hauptfiguren sind ein Ehepaar, die in ein Wohnprojekt ziehen in einer Welt, die von Wirtschaftskrisen aus den Fugen geraten ist. Gesetze existieren nicht mehr und offene Kriminalität ist an der Tagesordnung. Allerdings gibt es einen Haken. Jeden Monat tauschen sie ihr trautes Heim gegen eine Zelle im Gefängnis, so soll in dem Experiment die Kriminalität ausradiert werden. Doch einiges geht schief und Margaret Atwood beweist in Bestform, dass sie einen ganz bestimmten Blick auf die Gesellschaft hat und es versteht diese in ihren Geschichten zu kritisieren. Ich freue mich schon riesig ihr Werk weiter zu lesen. Für mich ist Atwood definitiv meine literarische Heldin des Jahres. Auch zu "Das Herz kommt zuletzt" habe ich eine Rezension geschrieben. 
Das dickste Buch, das ich jemals gelesen habe, war "Es" von Stephen King. "Das kalte Blut" von Chris Kraus steht allerdings seit dem Lesemonat Juli auf Platz zwei meiner dicksten Schmöker. Mit 1200 Seiten erzählt der Autor die Lebensgeschichte zweiter Brüder aus Riga, die eigentlich zufällig in die Fängen der NS geraten, und somit ihren weiteren Lebensweg maßgeblich beeinflussen. "Das kalte Blut" ist eine Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, es ist aber auch eine Liebesgeschichte oder besser ausgedrückt eine Dreiecksgeschichte, die sich zwischen den beiden Brüdern und ihrer Adoptivschwester bewegt und Einfluss auf die politischen Ereignisse hat, die sich unmittelbar zwischen den drei Protagonisten abspielen. Es ist natürlich schwer auf so vielen Seiten nicht einmal langatmig zu werden, doch Chris Kraus ist dieses Kunststück gelungen. Wer neugierig geworden ist, auch zu "Das kalte Blut" habe ich eine Rezension geschrieben. 
Auch ein weiterer Auftakt war unter meinen gelesenen Büchern im vergangenen Lesemonat. "Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung" von Stefanie Hasse ist der erste Teil einer Dilogie und beschäftigt sich, wie man vielleicht erahnen kann, mit Schicksalsfragen. Die Protagonistin bekommt die Möglichkeit in das Schicksal der Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung einzugreifen und ist sich, nach anfänglichen unbedachten Schwierigkeiten, schnell darüber im Klaren, was für eine Verantwortung sie mit dieser Aufgabe trägt, denn ab welchem Zeitpunkt greift man in einem so intensiven Maße in das Schicksal sein, dass es das Leben der jeweiligen Person ändert, vielleicht sogar zum Negativen? Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte in "Schicksalsbringer" und insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, vor allem die moralischen Grundsätze fand ich gut gelungen. Und, ich war diesen Monat sehr fleißig, auch zu diesem Buch gibt es eine Rezension geschrieben. 
Weiter ging es im letzten Monat mit der Fortsetzung einer Trilogie, einer Fortsetzung, auf die ich mich schon sehr gefreut habe. "Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill", ist der zweite Teil von Derek Landys Trilogie über Amber, die sich auf der Flucht vor ihren Eltern befindet, die sie essen wollen und nun auch vor einem Oberdämon flüchtet, der noch eine Rechnung mit ihr offen hat. Zum Glück hat sie Miles an ihrer Seite, der ihr schon das ein oder andere Mal das Leben gerettet hat. Die Fortsetzung konnte tatsächlich noch einmal einen drauf legen. Wieder einmal hat der Handlungsstrang an einen Quentin Tarantino Film erinnert auch die Figuren könnten aus der Feder des berühmten Kult Regisseurs stammen. Der Horror in "Demon Road" darf allerdings nicht unterschätzt werden, diese Geschichte ist garantiert nichts für zarte Gemüter. Ich fand die Fortsetzung großartig und freue mich schon auf das Finale. Übrigens, auch zu "Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill" habe ich eine Rezension geschrieben. 
Selten hat mich ein Buch so verstört zurückgelassen, wie das nächste Buch aus dem Lesemonat Juli. "Geständnisse" von Kanae Minato erzählt von einer Lehrerin, deren kleine Tochter im Schulschwimmbad ertrinkt. Etwas, was zunächst wie ein tragischer Unfall aussieht, entpuppt sich als kaltblütiger Mord, der eine Fülle von dramatischen Ereignissen nach sich zieht. Das Besondere in "Geständnisse" ist zweifellos die Erzählweise. In den einzelnen Kapiteln kommen die Figuren zu Wort und führen quasi einen Monolog. Der Zuhörer ist der Leser, der ganz allmählich in das Grauen und den Schrecken, den die einzelnen Erzählungen bieten, eingehüllt wird und irgendwann nicht mehr raus kann. "Geständnisse" kann man fast nicht aus der Hand legen. Es ist ein hochspannender und unglaublich verstörender und gleichzeitig tieftrauriger Thriller, der einiges zu bieten hat. Und auch zu "Geständnisse" habe ich eine Rezension geschrieben. 
Zuletzt kommen wir nun zu meinem kleinen und feinen Monatshighlight. Habt ihr schon einmal bei einem Buch bitterlich geweint, so dass es richtig weh getan hat in der Brust? Habt ihr eine Gänsehaut gehabt, die an der Haut festgewachsen schien und musstet ihr sooft lächeln, dass man quasi zwischen Lachen und Weinen permanent abgewechselt hat? Und könnt ihr fassen, dass Gedichte diese Fülle an Emotionen auslösen können? Ich habe "The princess saves herself in this one", übrigens für mich einer der besten Buchtitel der Welt, von Amanda Lovelace aus purer Neugierde gekauft, weil so viele plötzlich von Lyrik geschwärmt haben und ich mich damit auch einmal auseinander setzen wollte. Ich hätte nie gedacht, dass dieses kleine Büchlein mich so dermaßen wegfegen würde. Aber genau deswegen liebe ich Bücher so sehr. 

So, das war er: mein Lesemonat Juli. Ich hoffe, ihr hattet ein bisschen Spaß, konntet etwas für die Wunschliste klar machen oder habt vielleicht schon etwas davon gelesen. Ich war auf jeden Fall sehr zufrieden. 

Eure Lisa. 


Sonntag, 13. August 2017

Omar El Akkad - American War





Verlag: S.Fischer 
Seiten: 448
Erschienen: 27. Juli 2017
Preis: 24 Euro (Ebook: 19.99 Euro)







Die USA im Jahr 2075. 
Der Klimawandel hat die Küsten des Landes verschwinden lassen und dringt immer weiter ins Land ein. Die Vereinigten Staaten von Amerika befinden sich in einem Bürgerkrieg nie gekannten Ausmaßes. Die Nordstaaten, die sich nur noch als 'Blaue' bezeichnen, kämpfen gegen die Südstaaten, die sogenannten 'Roten', die bereits ein eigenes Land gegründet haben.
Mittendrin in diesem beängstigenden Zukunftsszenario, die Familie Chestnut mit ihren drei Kindern Sarat, Dana und Simon. Als die Familie überstürzt aus ihrem bisherigen Heim fliehen muss, glauben die Südstaatler in einem riesigen Flüchtlingscamp Zuflucht gefunden zu haben, doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und ebnen den Weg für die Familie Chestnut in ihr furchtbares Schicksal hinein...

"American War", der erste Roman des Journalisten Omar El Akkad, ist so aktuell, dass man bei jeder weiteren gelesenen Seite nicht weiß, ob man dem Autoren applaudieren oder sich verängstigt irgendwo einschließen und verbarrikadieren soll. El Akkad zeichnet ein erschreckendes Bild der USA, die sich zu einem Dritte-Welt-Land entwickelt haben. Gezeichnet vom jahrelangen Krieg und gravierenden Klimaschäden erinnert nichts mehr an die Supermacht, die das Land einmal gewesen war. 
Mittendrin in diesem politischen, gesellschaftlichen und klimatischen Chaos wird die Geschichte der Familie Chestnut erzählt, die schon sehr bald die Geschichte von Sarat wird. Die Familie wird auf ihren Weg ins Flüchtlingscamp begleitet, das ihr neues Zuhause sein soll. Vom Flüchtlingscamp aus verschärft sich der Fokus der erzählerischen Haltung des Autoren immer mehr auf die Figur Sarat, die ich persönlich auch als Hauptprotagonistin bezeichnen würde, auch wenn die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Genau diese unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschehen, ermöglichen den Leser erstens einen genaueren Blick in das jeweilige Innenleben der Figur und ihrer persönlichen Einschätzung der schwierigen Gesamtlage und zweitens, was ich persönlich sehr interessant fand, die Wahrnehmung gegenüber der Hauptprotagonistin Sarat. Diese macht nämlich, während der Handlung in "American War", eine so krasse und intensive Entwicklung durch, dass es spannend war zu lesen, wie sie von ihren Mitmenschen wahr genommen wurde. Man begegnet gewiss nicht oft einer literarischen Figur wie Sarat. Besonders die Einschätzungen von Sarats Neffen im letzten Drittel des Buches fand ich besonders gut gelungen, da es sich bei ihren Neffen um einen der wenigen Personen handelt, denen Sarat echte Zuneigung entgegen bringt, auch wenn sie gerade am Schluss diese Zuneigung in einem Maße demonstriert, den die meisten Menschen nicht verstehen würden.
"American War" ist beängstigend. So viel steht fest. Es mag sein, dass es sich um Fiktion handelt, doch wenn man heutzutage nur einmal Nachrichten schaut, kommt es einen so vor, als hätte der Autor eine Kristallkugel zu Hause, mit der er einmal einen Rundumblick in die Zukunft geworfen hat. "American War" mag eine Dystopie sein, doch man bekommt das Gefühl nicht los, als würden in der heutigen Zeit die Weichen gestellt, um dieses erschreckende Zukunftsbild irgendwann Wirklichkeit werden zu lassen. Die 'Washington Post' schreibt zu "American War", dass es sich um eine Geschichte für all diejenigen handelt, die die Ära Trump umtreibt. Ich würde sogar so weit gehen, um zu behaupten, dass, wenn Trump dieses Jahr nur ein Buch lesen würde, es dieses sein muss. 

Donnerstag, 10. August 2017

Jaroslav Kalfar - Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt





Verlag: Tropen
Seiten: 368
Erschienen: 05. August 2017
Preis: 22 Euro (Ebook: 17.99 Euro)






Jakub Procházka wird als erster tschechischer Astronaut alleine mit einem Raumschiff ins Weltall geschickt. Seine Mission lautet eine mysteriöse kosmische Staubwolke in der Nähe der Milchstraße zu untersuchen. Die Mission soll seinem Land die Ehre und den Ruhm einbringen, das es schon so lange verdient hat. 
Nach mehreren einsamen Wochen im All beginnt Jakub allerdings langsam die Kontrolle über seine Sinne zu verlieren. Plötzlich taucht in seinem Raumschiff ein merkwürdiges Wesen, mit haarigen acht Beinen und einer Vorliebe für Nutella, auf. Als dann auch noch Jakubs Frau, Lenka, ihre Beziehung von der Erde aus beendet, scheint Jakubs Raumfahrer-Karriere eine nicht geplante Wendung zu nehmen...

"Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt" von Jaroslav Kalfar ist ein sehr gutes Beispiel, wie man sämtliche Genregrenzen sprengen kann. Der Debütroman von Kalfar vereint sowohl fantastische, biografische und Science-Fiction Elemente in sich und ist dadurch zu einer unglaublich besonderen Geschichte geworden. Eine Geschichte, in dessen Mittelpunkt ein gewöhnlicher Physiker steht, der plötzlich zur Hoffnung einer ganzen Nation wird.
Jakubs Familie steht nach dem Fall der Sowjetunion auf der falschen Seite der Geschichte. Sein Vater, als Spion angeklagt, stirbt, bevor er verurteilt werden kann. In einem Akt der lebenslangen Wiedergutmachung der Taten seines Vaters, zögert Jakub keine Sekunde, als er das Angebot erhält die kosmische Staubwolke zu untersuchen. Auch wenn er dadurch seine Ehe mit seiner Frau Lenka gefährdet. 
Während Jakubs Abenteuer im Weltall werden immer wieder Rückblenden in seine Vergangenheit in die Handlung eingebaut, die das Bild einer ganzen Familie entstehen lassen, die lebenslang für Taten büßen muss, die sie nicht begangen hat. Zudem ist "Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt" eine Hommage an die Stadt Prag, die einen wichtigen Stellenwert in der Handlung einnimmt, und als Heimatstadt des Autoren dementsprechend gewürdigt wird. 
Besonders gefallen haben mir die bereits erwähnten vielen Rückblenden in die Vergangenheit des Protagonisten, die einen guten Überblick über das Familienporträt der Hauptfigur einbrachte. Zudem bekommt gerade am Ende der Handlung eine, zunächst eher unbedeutende, Nebenfigur plötzlich einen unheimlich intensiven Stellenwert in der Geschichte, die mich nicht nur überrascht hat, sondern absolut überzeugen konnte. Weil ich nichts vorweg nehmen möchte, sollte diese kluge Wendung in der Handlung allerdings alleine entdeckt werden.
Mein absolut persönliches Highlight stellt allerdings der blinde Passagier auf Jakubs Weltraummission dar. Das geheimnisvolle achtbeinige Wesen mit der Vorliebe für Nutella und einen Hang dazu die Spezies Mensch genau unter die Lupe nehmen zu wollen. Jakubs Mitreisender brachte nicht nur viel Abwechslung in die Handlung, sondern auch einen Hauch Philosophie, die man gerade in seinen vielen Gesprächen mit dem Protagonisten erkennt. 
Mit den vielen historischen Begebenheiten, den philosophischen und fantastischen Elementen, ist "Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt" gewiss keine Geschichte, die man an jeder Straßenecke findet. Sie strahlt eine Besonderheit aus, die sie fast schon liebenswert macht. Genau so wie ihre Figuren und vor allem ihren Protagonisten, der nach seinem ständigen Drang nach Höherem zu streben, resultierend aus seiner ungewöhnlichen Familiengeschichte, vergisst, was wirklich im Leben wichtig ist. Bis ihn ein kleines Wesen aus dem Weltall auf den richtigen Weg führt. 

Dienstag, 8. August 2017

Kanae Minato - Geständnisse



Verlag: C.Bertelsmann
Seiten: 270
Erschienen: 27. März 2017
Preis: 16.99 Euro (Ebook: 13.99 Euro)









Die kleine Tochter der Lehrerin Yuko Moriguchi ertrinkt im Schwimmbad der Schule, während ihre Mutter arbeitet. Zunächst sieht es so aus, als wäre die ganze Sache ein tragischer Unfall, doch am letzten Tag vor den Ferien tritt Moriguchi vor ihre Klasse und verkündet, dass sie die Schule und somit auch ihre Schüler verlassen wird und verkündet zudem ein erschütterndes Geständnis, das ihre nun ehemaligen Schülern mit in die Ferien nehmen. Schon bald, nachdem der Schulbetrieb wieder aufgenommen wurde, wird deutlich, dass Moriguchi mit ihren Worten den Anfang für ein verstörendes und tödliches Drama gemacht hat, das sich in ihrer ehemaligen Klasse abspielt. Ein Drama, dass das Leben aller Akteure für immer verändern wird. 

In dem Moment, in dem man die letzte Seite von Kanae Minatos Thriller "Geständnisse" liest, und das Buch schließt, öffnet man es sogleich wieder, um sicher zu gehen, dass man das gerade auch wirklich in der Art und Weise gelesen hat. 
"Geständnisse" ist ein Buch wie ein pechschwarzer und verstörender Sog, der den Leser immer weiter in die Geschichte hineinzieht. Die Handlung ist gleichsam grausam, spannend und endlos traurig. Und doch bin ich der festen Überzeugung, dass genau diese Handlung mich nicht in dem intensive Maße umgehauen hätte, wenn die Autorin ihren Thriller nicht auf eine ganz bestimmte Weise erzählt hätte. Denn in "Geständnisse" kommen gleich mehrere Wahnsinnige in verschiedenen Monologen zu Wort, die ihren Wahnsinn aber zunächst in einem schweren, schwarzen Koffer verbergen, um ihn dann ganz langsam und Stück für Stück auszupacken, um den Leser in das Grauen zu treiben. Doch das wirkliche und all umfassende Grauen zeigt sich vor allem in der intensiven Neutralität, in der "Geständnisse" erzählt wird. Kann Neutralität intensiv sein? Sie kann es. "Geständnisse" beweist das. Fast schon beiläufig berichten einige Protagonisten von ihren schrecklichen Taten und geben so fadenscheinige Gründe dafür an, dass man zwischendurch nur noch den Kopf schütteln konnte. Man weiß nicht, was man fühlen soll. Ekel? Abscheu? Vielleicht sogar auf eine verrückte Art und Weise: Mitleid? All diese Emotionen scheinen sich im Sekundentakt abzuwechseln. Bei ihrer besonderen Art zu erzählen, hat die Autorin zudem darauf geachtet, den Titel ihres Thrillers zum Programm zu machen. Die Monologe der einzelnen Figuren beschönigen nichts, sie schmücken nicht aus, sie versuchen nicht um Sachen herumzureden. Viel mehr wird in "Geständnisse" alles knallhart auf den Tisch gelegt, so dass es den Leser mehr als einmal den Atem raubt und damit Wendungen provoziert, die fassungslos zurücklassen. 
Auch die Themen, die in Kanae Minatos Geschichte behandelt werden sind unglaublich interessant und hervorragend in Szene gesetzt worden. Die Autorin beschäftigt sich mit der Gesellschaft ihres eigenen Landes, die ihre Kinder ausschließlich auf Erfolg und Leistung ausrichtet und nicht merkt, wie einige Kinder daran zugrunde gehen. Zudem ist "Geständnisse" eine Geschichte über verblendete Liebe und übertriebener Fürsorge. Gleichzeitig findet man Misshandlung, Vernachlässigung und junge Menschen, die nicht mehr unterscheiden können, was richtig und was falsch ist und Linien überschreiten, die man sich nicht vorstellen kann. 
Es ist fast unmöglich "Geständnisse" beiseite zu legen. In den wenigen Momenten, in denen man dieses Buch nicht liest, formen sich Bilder im Kopf, die beschreiben, wie es weiter gehen könnte. Bilder, die irgendwann so verstörend werden, dass man unbedingt wissen muss, wie es weiter geht, um dann herauszufinden, dass die fiktionale Realität noch viel beängstigender ist, als man es sich ausmalen konnte. 

Donnerstag, 27. Juli 2017

Derek Landy - Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill





Verlag: Loewe
Seiten: 446
Erschienen: 24. Juli 2017
Preis: 19.95 Euro (Ebook: 14.99 Euro)







Immer noch befinden sich Amber und Milo auf der Flucht. Auf der Demon Road verfolgen sie die Höllenhunde, geschickt vom biestigen Oberdämon, den Amber die Tour vermasselt hat. Zuflucht finden sie in dem friedlichen Städtchen Desolation Hill. Doch schnell wird klar, dass etwas in dem beschaulichen Örtchen nicht stimmt. Die Höllenhunde können, aufgrund einer unsichtbaren Barriere, die Stadtgrenze nicht überqueren. Zudem ist es die Zeit vor einem großen Festival, an dem alle Fremden die Stadt verlassen müssen und die Kinder in Panikräume eingeschlossen werden. Allein die Erwachsenen scheinen zu wissen, was in der sogenannten Höllennacht passieren wird. Und sie kommen dabei fast um vor Vorfreude.
Als kurz vor Beginn der Höllennacht ein kleiner Junge spurlos verschwindet und sich niemand für sein Verschwinden zu interessieren scheint, wird Amber schnell klar, dass hier mal wieder jemand einen Pakt mit einem Dämon geschlossen hat, und dass nun ein unschuldiges Kind sterben soll. Doch das will Amber nicht zulassen und schmiedet mit Milo und neuen Verbündeten einen Plan, um den Dämonen das Handwerk zu legen.

Herzlich Willkommen zum zweiten Abenteuer auf der Demon Road, mit dabei das Dämonenduo Amber und Milo und jeder Menge cooler und schräger Typen. Nachdem mir der Auftakt zur 'Demon Road' Reihe von Derek Landy schon ziemlich gut gefallen hat, legt die Fortsetzung "Höllennacht in Desolation Hill" tatsächlich noch einmal einen drauf. 
Dieses Mal geht es auch nicht nur ausschließlich um die beiden Hauptprotagonisten Amber und Milo, die auch in der Fortsetzung den typischen Status eines Antihelden einnehmen. Viel mehr baut Derek Landy einige, unabhängig voneinander laufende, Handlungsstränge auf, stellt neue Charaktere vor und verflechtet dann die Stränge miteinander, um daraus einen Handlungsablauf zu konstruieren. So lernt der Leser vor allem die neuen Figuren auf eine ganz eigene Art und Weise kennen. Ich habe viele der Charaktere sofort lieb gewonnen, was natürlich in einer Welt voller Dämonen schnell nach hinten losgehen kann. Nur, weil Amber und Milo nicht mehr alleine interagieren, heißt das aber noch lange nicht, dass sie weniger interessant sind. Wie bereits erwähnt, verkörpern die beiden die obligatorischen Antihelden. Sie pendeln permanent zwischen ihren bösartigen Zügen, innerhalb ihres Dämonen-Daseins, Eigensinn, Egoismus und ihrem Sinn für Gerechtigkeit und für das Gute zu kämpfen. Vor allem Amber sticht wieder einmal heraus, weil sie auch in der Fortsetzung mit ihrer Menschenrolle hadert, in der sie sich selbst mit ihrer Größe und ihrer molligen Figur nicht wohl fühlt, während sie in ihrem Dämonen-Körper Schönheit und Selbstbewusstsein ausstrahlt. Diese Diskrepanz zwischen beiden Verkörperungen spielt gerade am Ende des zweiten Teils noch einmal eine entscheidende Rolle. Derek Landy hat mit Amber eine wirklich interessante und vielschichtige Heldin erschaffen, die gerade mit den Problemen des eigenen Körpers vom typischen Heldendiskurs abweicht. Die Botschaft dahinter sticht aber mindestens genauso deutlich heraus und zwar, dass jeder eine individuelle Schönheit besitzt, auch wenn er sie nicht immer sehen kann. 
Ansonsten ist die Fortsetzung der 'Demon-Road' Reihe wieder einmal nichts für schwache Nerven. Jede Menge Action, Horror und blutrünstige Szenen erwarten den Leser mit dem ein oder anderen Wiedersehen von alten Bekannten. 
Vor allem aber muss ich wieder einmal den Vergleich ziehen, den ich auch schon in der Rezension zum ersten Band gezogen habe: Auch die Fortsetzung wirkt an mehr als einer Stelle so, als würde ein Quentin Tarantino Film vor dem inneren Auge abgespult werden. Gerade bei einem Kapitel am Ende der Geschichte lag ich vor Lachen auf dem Boden, eine einzige Slapstick-Szene, bei der man die ganze Zeit auf das 'Cut' von Mr. Tarantino gewartet hat. Definitiv ein Vergleich, der mehr als lobenswert gemeint ist.
Schräge Typen, coole Dialoge, vielleicht sogar ein bisschen Liebe und jede Menge Action und Spannung. Derek Landy ist mit "Höllennacht in Desolation Hill" eine großartige und mehr als lesenswerte Fortsetzung gelungen. Das einzig Negative, was man an den Buch auszusetzen haben könnte, ist die letzte Seite, auf der der dritte Teil für den März 2018 angekündigt wurde. 
Jetzt heißt es Warten. 

Montag, 24. Juli 2017

Stefanie Hasse - Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung




Verlag: Loewe
Seiten: 418
Erschienen: 24. Juli 2017
Preis: 16.95 Euro (Ebook: 9.99 Euro)








Als junges Mädchen bekommt Kiera auf einem Jahrmarkt von einem Unbekannten eine geheimnisvolle Münze geschenkt. Erst als wunderbarer Schatz aufbewahrt, verliert die Münze über die Jahre an Wert für Kiera und irgendwann denkt sie überhaupt nicht mehr darüber nach. Bis zu dem Tag, an dem sie, wegen eines bevorstehenden Umzuges, zufällig die Münze wieder in die Hände bekommt. Beim näheren Betrachten, schneidet sich Kiera unabsichtlich an dem Schmuckstück und stellt damit ungewollt ihr ganzes bisheriges Leben auf den Kopf. Denn plötzlich geschehen seltsame Dinge in ihrer unmittelbaren Umgebung, die sich Kiera nicht erklären und deshalb nur in Verbindung mit der geheimnisvollen Münze bringen kann. Und welche Rolle spielen eigentlich die beiden mysteriösen und ziemlich gut aussehenden Jungen, die mitten im Schuljahr plötzlich in Kieras Schule auftauchten? Ehe sie sich versieht, steckt sie mittendrin in einem Kampf, bei dem Mächte im Spiel sind, die sie sich nicht einmal in ihren kühnsten Träumen vorstellen konnte...

Stell dir vor, du bist jemand, dem das Schicksal schon einmal übel mitgespielt hat und plötzlich bekommst du die Macht das alles zu ändern. Mit dieser, gewiss nicht nur faszinierenden, sondern auch gefährlichen Machtposition, beschäftigt sich Stefanie Hasse im Auftakt ihrer neuen Diologie "Schicksalbringer - Ich bin deine Bestimmung". 
Angefangen hat alles mit einer geheimnisvollen Münze, die die Protagonistin Kiera als kleines Mädchen von einem ihr unbekannten Mann auf einem Jahrmarkt zugesteckt bekommt. Unbemerkt, weil sie sie schlichtweg vergessen hat, befindet sich die Münze einige Jahre in Kieras Besitz, als sie sie zufällig wiederfindet. Von diesem Fund baut sich dann das gesamte fantastische Erzählkonstrukt auf, das Stefanie Hasse hier erschaffen hat. Während man das plötzliche Auftauchen der geheimnisvollen Brüder Phoenix und Hayden in Kieras Schule zwar als mysteriös aber als nicht weiter verwunderlich empfindet, setzt der Fund der Münze Dinge in Gang, die sich Kiera nicht erklären kann und die genau deswegen so spannend zu lesen sind. Dieser Übergang von der normalen und rationalen Welt in den fantastischen Bereich, hat mir, innerhalb der Handlung, sehr gut gefallen. Zusammen mit der Protagonistin Kiera und ihren verwirrten Gefühlen, verlässt der Leser das Leben, das Kiera bisher kannte und betritt völliges Neuland. Auch das Fantasy-Thema an sich, auf das ich an dieser Stelle natürlich nicht näher eingehen möchte, um nichts vorwegzunehmen, war unglaublich gut gestaltet und umgesetzt. 
Dann muss sicherlich noch einmal dieses große Wort 'Schicksal' genauer unter die Lupe genommen werden, das ein Hauptthema in Stefanie Hasses Geschichte darstellt. Immer mehr erkennt Kiera, mit was für einer großen und machtvollen Aufgabe sie da eigentlich betraut wurde. Mit dieser großen Verantwortung wirft die Geschichte dann auch persönliche moralische Fragen auf. 
Wie weit kann man gehen, bis man zu intensiv in das Leben einer fremden Person eingreift? 
Und was passiert, wenn das Nicht-Eingreifen in das Schicksal keine Option darstellt?
Genau diese Diskrepanz zwischen der Überforderung ihrer Aufgabe, Kieras moralischen Grundsätzen und der Unabwendbarkeit ihrer Bestimmung, fand ich ebenfalls unglaublich gut gelungen. 
"Schicksalbringer-Ich bin deine Bestimmung" ist ein vielversprechender Auftakt geworden, bei dem natürlich auch die obligatorische Liebesgeschichte nicht fehlen durfte. Und obwohl die Geschichte viele typischen Elemente eines Jugendfantasyromans beinhaltet, habe ich mir sehr gut unterhalten gefühlt, mitgefiebert und bin nach dem fulminanten Ende natürlich wieder ungeduldig und hilflos zurückgelassen worden. Ich freue mich schon sehr auf das Finale. 


Montag, 17. Juli 2017

Lesemonat Juni

Herzlich Willkommen zu meinem abermals etwas verspäteten Lesemonat Juni. Im vergangenen Monat habe ich insgesamt sieben Bücher gelesen mit 2993 Seiten. Auch ein eigenes persönliches Highlight war dabei, was mal wieder zum Schluss verraten wird. Dann haben wir ja jetzt alle Fakten, los geht's!
Begonnen wird der Monat mit einem weiteren Buch von meinen Lieblingskönigskindern. "Jane und Miss Tennyson" von Emma Mills hat mich vor allem wegen der Jane Austen Thematik, die im Klappentext angedeutet wurde, neugierig gemacht und wieder einmal wurde ich angenehm überrascht. Zwar habe ich eine etwas andere Geschichte erwartet, trotzdem konnten mich die Charaktere und die Handlung überzeugen. Es war auch eines der ersten Königskindern, die eine etwas lockere Geschichte beinhaltet und nicht wie bei den anderen Büchern, die ich bisher gelesen habe, die schwerere Themen inne hatten. "Jane und Miss Tennyson" ist eine leichte und liebenswerte Geschichte geworden, die ich sehr gerne gelesen habe und die sich nahtlos zu meinen anderen Lieblingen aus dem Verlag gesellt. 
Weiter ging es im Juni mit dem ersten Teil von Sarah J. Maas neuer Fantasy-Reihe "A court of Thorns and Roses". Von diesem Buch hatte ich im Vorfeld schon einiges gehört, teils wurde es kritisiert und teils in den Himmel gelobt. Ich würde mich kurz vor der zweiten Gruppe verorten. Ich mochte die Heldin und auch die Geschichte konnte mich fesseln. Allerdings war nicht sofort der Wunsch da den zweiten Teil der Reihe zu lesen. Vielleicht brauch ich zwischendurch einfach eine Pause, werde mir aber trotzdem nicht mehr allzu lange Zeit lassen, bis ich die Fortsetzung beginne. Für alle Fantasy Fans und auch für Liebhaber von Märchenadaptionen ist "A court of Thorns and Roses" genau das Richtige, denn das Buch basiert zum Teil auf einer Adaption von "Die Schöne und das Biest". Dringende Leseempfehlung! 
Das nächste Buch aus dem vergangenen Monat war seit langer Zeit mal wieder ein Thriller. Der Klappentext von Jonas Winner "Murder Park" klang erst einmal nach nichts Neues. Eine Gruppe von Personen, die in einem verlassenen Vergnügungspark ausgesetzt wurden, der sich zufällig noch auf einer einsamen Insel befindet und plötzlich geschieht ein Mord. Es stellt sich die Frage, ob sich der Mörder unter ihnen befindet, oder ob sich eine unbekannte Person auf der Insel herumtreibt. Doch Jonas Winner ist es gelungen in dieses altbekanntes Ausgangsszenario etwas Neues und Frisches hineinzubringen. Gerade das Ende der Geschichte habe ich erst einmal überhaupt nicht so erwartet und hat mir wohl gerade deshalb so gut gefallen. Ein unglaublich gelungener Thriller, der sogar teilweise ein gewissen Hitchcock Flair besitzt. Wer es noch etwas ausführlicher haben möchte, für den habe ich noch eine Rezension geschrieben. 
Das nächste Buch aus dem Lesemonat Juni besitzt zwar nicht wirklich viele Seiten, hat aber dennoch eine großartige Geschichte zu erzählen. "Der Club" von Takis Würger ist ein grandioser Debütroman geworden, in dem die Geschichte eines einsamen Jungen erzählt wird, der ein Stipendium für die Universität in Cambridge bekommt und als Gegenleistung dort ein Verbrechen aufklären soll. Der Protagonist Hans wird in der Uni Mitglied des elitären Pitt Club und wird in die Elite eingeführt. Dabei verliebt er sich in Charlotte, die versucht ihn im Club zu integrieren. "Der Club" ist eine melancholische und voll vom beißendem schwarzen Humor beinhaltete Geschichte geworden, die mir sehr gut gefallen hat. Eine Geschichte, die die Grenzen zwischen richtig und falsch verschwimmen lässt und die wirklich großartig erzählt wurde. 
Weiter ging es im Juni mit meiner Wiedergutmachung der Margaret Atwood Leselücke, die ich mit ihrem wohl berühmtesten Roman "Der Report der Magd" wieder ein bisschen füllen konnte. Auch diese Geschichte, die sich nahtlos neben solchen Dystopien wie "Schöne neue Welt" von Huxley und "1984" von Orwell einreihen kann, hat mir wieder einmal sehr gut gefallen. Atwoods Schreibstil ist wirklich einzigartig. Sie konstruiert in "Der Report der Magd" eine Welt, in der die Rolle der Frau eben keine Rolle mehr spielt. Frauen aus dem Mittelstand haben keine Rechte mehr und werden als Gebährmaschinen für die elitäre Gesellschaft missbraucht, die aufgrund von vorangegangenen atomaren Katastrophen, keine Kinder mehr kriegen kann. Unglaublich gelungen und für mich fast schon eine Pflichtlektüre.
Im Lesemonat Juni habe ich eine weitere Trilogie begonnen, dieses Mal aus dem Science-Fiction Bereich. Der erste Teil von 'Red Rising' von Pierce Brown lag schon sehr lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher, nachdem allerdings eine Bloggerkollegin so von dem Auftakt geschwärmt hat und die drei Bücher quasi am Stück gelesen hat, war ich der Meinung, dass es auch langsam Zeit wurde die Bücher zu beginnen. Ähnlich wie bei "A court of Thorns and Roses" haben es mir die Charaktere angetan und auch die Handlung hat mir gut gefallen, auch wenn sie sich am Anfang ein bisschen gezogen hat. Allerdings war auch hier nicht der Wunsch da die Reihe sofort weiterzulesen. Ich bin mir aber sicher, dass ich auch das bald nachholen werde. "Red Rising" ist eine Mischung aus Tribute von Panem und Game of Thrones, bloß im Weltall. Wenn das keine vielversprechende Verkettung ist. 
Kommen wir nun zum letzten Buch des Lesemonats Juni und zu meinem persönlichen kleinen Highlight. Von "Die Schule der Nacht", geschrieben von Ann A. McDonald habe ich im Vorfeld eigentlich gar nicht so viel erwartet, umso überraschter war ich natürlich, als mir plötzlich eine spannende College Story mit einem Hauch von Mystik und Fantasy um die Ohren gehauen wurde. Allein schon die Umgebung, in der die Geschichte spielt, spielt für die Handlung der Geschichte. Ein altes und traditionsreiches College in Oxford, das ein dunkles Geheimnis birgt und eine junge Frau, die inkognito aus Amerika nach England kommt, um das Geheimnis der Vergangenheit ihrer Mutter aufzudecken. Unglaublich spannend und geheimnisvoll erzählt und sehr lesenswert. Wer es noch etwas ausführlicher haben möchte, auch zu "Die Schule der Nacht" habe ich eine Rezension geschrieben. 

Das war er auch schon wieder. Mein Lesemonat Juni. Wer weiß, vielleicht war ja etwas für eure Wunschliste dabei oder ihr habt auch schon eines der Bücher gelesen?
Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.

Lisa.